Gokart-Rennen – gestern und heute

In den vergangenen 50 Jahren hat sich der Gokart-Rennsport zu einer konkurrenzfähigen Form des Motorsports entwickelt, und das nicht nur in den USA. Für viele berühmte Fahrer wie Michael Schumacher, Tony Stewart, Sarah Fischer oder Danica Patrick waren Kartrennen ein Sprungbrett auf der Karriereleiter zu NASCAR, Formel 1 und der Indy Racing League. Sie alle haben in dieser eher preiswerten, aber trotzdem adrenalingeladenen Art des Motorsports begonnen und ihre ersten Siege eingefahren. Heutzutage ist der Kartsport aber nicht mehr nur den Profis vorbehalten, jeder kann als Freizeitbeschäftigung an diesem aufregenden Motorsport teilnehmen und in die Rolle eines Rennfahres schlüpfen. Für den Einstieg als Hobbyfahrer ist kein Mindestalter vorgeschrieben: Sobald die Pedale mit den Füßen erreicht werden können, kann es losgehen.

Tatsächlich haben weltweit viele Vergnügungsparks Rennstrecken für Gokarts in ihr Programm mit aufgenommen.

Begonnen hat alles im Jahr 1956 in Kalifornien, als Art Ingels in einer kleinen Garage das erste Gokart baute und nicht ahnen konnte, dass dies eines Tages zu einer regelrechten Explosion des Interesses und zu einem so hohen Andrang zu diesem Sport, den wir heute alle kennen und lieben, führen würde.

In der Tat hat es nicht lange gedauert, bis sich diese etwas abgeschwächte Form des Motorsports durchgesetzt hat und in ganz Amerika Gokart-Bahnen errichtet wurden. Aber erst Ende der 50er Jahre revolutionierte ein amerikanisches Unternehmen den Markt und entwickelte eigens für den Kartsport einen Zweitakt-Motor, den McCulloch MC-10. Heute teilt man die Motoren in zwei Klassen ein, und zwar in Zweitakt- oder Viertakt-Motoren. Die Mehrheit der Zweitakt-Kartmotoren werden heute in Italien produziert, der europäischen Heimat von vielen bedeutenden Kartunternehmen wie Birel, IAME oder Tony Kart & CRG. Mit rund 20.000 Umdrehungen pro Minute sind die Motoren sehr leistungsstark geworden. Die Viertakt-Motoren hingegen, welche mehr im Freizeitsport eingesetzt werden, erinnern noch immer an den Standard-Rasenmäher-Motor von einst.

Das eigentliche Design eines Kartchassis hängt ebenfalls von der Art des Rennens ab. Auch hier werden Unterschiede zwischen dem Freizeitsport und den professionellen Kartrennen gemacht.

So sind zum Beispiel Racing Gokartchassis für Sprintstrecken quadratisch gebaut, andererseits haben Fahrer, welche die Ovalbahn-Kartrennen favorisieren, die Option, ein Offset-Gokartchassis für einen Leistungsvorteil zu fahren, wenn es nur Linkskurven gibt.

Für einige Speedway-Kartrennen sowie Ovalbahn-Veranstaltungen bieten manche Klassen ein Gokart mit vollem Überrollbügel an, für zusätzlichen Schutz sorgen Sicherheitsgurte und Feuerlöscher. Außerdem haben Concession Karts oder Bumper Karts rund um das Gokart eine schützende Stoßstange.

In vielen europäischen sowie asiatischen Ländern haben sich nationale Rennteams entwickelt, die in verschiedenen Klassen im Kampf um die Gesamtweltmeisterschaft gegeneinander antreten. In den USA gibt es auch so manchen Gokartfahrer, der sich den Weg zum Rotax Max World Finale bahnen möchte.

Bereits im Alter von fünf Jahren kann man in den Vereinigten Staaten in der Kid-Karts-Klasse starten. Den Status eines “Seniors” erreicht man mit 16 Jahren. In Europa muss man hingegen 13 Jahre alt sein, um an nationalen Kartrennen teilnehmen zu dürfen.

In Amerika sind es die World Karting Association (WIKA), die 1971 gegründet wurde, und die International Karting Federation (IKF), gegründet in 1957, die für die Durchführung von Veranstaltungen für Sprintkartrennen, Straßenrennen, Schotterpistenrennen oder Speedway-Kartrennen verantwortlich sind.