Wie geht es weiter mit dem deutschen Kartsport?

Es war für viele Kartsport-Fans ein Schock: Eine der bekanntesten Kart-Renntrecken Deutschlands wird abgerissen. Der Rundkurs, auf dem Rekordweltmeister Michael Schumacher mit fünf Jahren seine beeindruckende Rennsportkarriere begonnen hatte, soll dem Braunkohletagebau Hambach weichen. Die Firma RWE sieht als Betreiber des Tagebaus keine Möglichkeit, eine Ausnahme zu machen. Die Suche nach Alternativen gestaltet sich als sehr schwierig, da entweder Anwohner oder die Politik etwas dagegen haben.

Michaels Bruder Ralf bemüht sich persönlich um die Suche nach einem neuen Standort. Ralf hat, wie Michael, auf der Strecke das Fahren gelernt, sie verbrachten als Kinder jede freie Minute auf der Rennstrecke. Für Deutschland geht mit dem Abriss auch ein Stück Geschichte verloren.

Denn nicht nur die berühmte Michael Schumacher-Strecke in Kerpen steht vor dem Aus, auch andere große Strecken kämpfen um das wirtschaftliche Überleben. Nun fragen sich viele Verantwortliche, wie es weitergehen kann, damit auch in Zukunft Deutschland eine große Motorsport-Nation ist. Aktuell sieht es leider für den deutschen Motorsport eher düster aus, denn obwohl mit Sebastian Vettel ein prominenter Deutscher seit Jahren erfolgreich in der Formel 1 um Siege und Titel mitfährt, geht das Interesse daran zurück.

Der Motorsport war für sie immer eine Möglichkeit gewesen ihre Marke und ihre Kompetenz vor einem breiten Publikum vorzustellen. Auch wenn der Kartsport nicht direkt mit den Herstellern verknüpft ist, so ist er doch eine Brücke zu potenziellen Kunden. Hier können ganz normale Autofahrer zu Rennfahrern werden. Hier kann Begeisterung für Rennsport und Automobile im Allgemeinen entfacht werden. Das Kalkül der Hersteller, wer gerne auf der Rennstrecke schnell unterwegs ist, der möchte auf der Straße auch ein schnelles Auto fahren.

Hier sitzt der Stachel der Begeisterung für den Motorsport so tief, da spielt es keine Rolle, ob ein britischer Pilot gerade erfolgreich ist oder nicht. England betrachtet sich selbst nicht nur als die Mutter des Fußballs, sondern auch als Mutter des Rennsports. Hier sind die Rennstrecken stets gut besucht und auch die Kart-Stecken erfreuen sich einer konstant hohen Beliebtheit. In Deutschland war dies immer stark mit Personen verbunden. Steffi Graf und Boris Becker haben einen wahren Tennis-Boom ausgelöst und mit ihrem Ausscheiden aus dem Spitzensport ist auch das Interesse der Deutschen an Tennis wieder gefallen. Genau wie bei Michael Schumacher und dem Kartsport.

Dies dürfte die Zeit für neue Partnerschaften sein. Alleine schaffen es die Kartstrecken-Betreiber kaum noch. Da der Kartsport in der Unterhaltungsindustrie angesiedelt ist, ergeben mögliche Kooperationen mit Firmen Sinn, die dort ebenfalls beheimatet sind und über das nötige Geld verfügen. Wer sich anschaut, was in anderen Ländern bereits erfolgreich praktiziert wird, der kommt zu dem Schluss, dass Casinos einen idealen Partner darstellen würden. Finanzstark, der guten Unterhaltung ihrer Gäste verpflichtet und stets offen für Neues: So präsentieren sich die Casinos von heute. Es könnte eine fruchtbare Partnerschaft in Deutschland entstehen. Es sei dem Motorsport im allgemeinen und dem Kartsport im speziellen sehr zu wünschen, das hier etwas geschieht, damit die deutsche Motorsport-Tradition weitergelebt werden kann.